Die Gemeinde Porz erhielt im Jahr 1951 Stadtrechte. Schon bald damals knüpfte die junge Stadt erste offizielle Kontakte ins europäische Ausland. Dunstable in der Grafschaft Bedfordshire, in der Nähe von London gelegen, wurde im Oktober 1954 zur ersten Partnerstadt.

Dunstable

1955 begann dann die Partnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Hazebrouck im Departement Nord in der Region NordPas-de-Calais unweit von Lille.

Hazebrouck

Schließlich kam im Jahr 1959 Brive-la-Gaillarde im Südwesten Frankreichs in der Region Limousin als dritte Partnerstadt hinzu, der Ort war bereits vorher seinerseits Partnerschaft von Dunstable. Ein Treffen der Bürgermeister aller vier Partnerstädte 1960 in Porz wurde zum wichtigen Anstoß für eine Vertiefung der Zusammenarbeit.

Nach der Eingemeindung von Porz im Jahr 1975 löste Brive-la-Gaillarde die offizielle Partnerschaft auf, dennoch bestanden noch lange Jahre weiterhin Verbindungen, die auch der Partnerschaftsverein unterstützte.

1976 gründetet sich  unter Initiative des Bezirksvorstehers Alfred Moritz der „Partnerschaftsverein e.V. Köln-Porz“ (PVP), um die Städtepartnerschaften zusammen mit der Bezirksvertretung fortzuführen. Den ersten gewählten Vorstand bildeten Richard Richter als Vorsitzender, Herma Zielinski als seine Stellvertreterin, Klaus Vorwerk als Kassierer und Siegfried Feldenkirchen als Schriftführer; Beisitzer waren Heinrich Fanelsa und Edi Grott.

Bürgerbegegnungen statt Honoratiorenverein

Der PVP stellte sich gleich bei seiner Gründung als herausragendes Ziel die Förderung von privaten Besuchen und Gegenbesuchen. Die Partnerschaft sollte, weg vom Hochoffiziellen, durch Kontakte und Begegnungen von Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen der jeweiligen Partnerstädte gelebt werden.

Der wohl wichtigste Pfeiler der Arbeit besteht im Jugendaustausch. Es geht darum, die Sprachen und Nachbarländer besser kennenzulernen und ein nachhaltiges Verständnis für die Kultur und politische Lage anderer Europäer zu entwickeln: Man muss sich kennen, um zusammen Europa zu leben und Ängste oder Unsicherheiten zu vermeiden.

Bereits 1976 gab es die ersten Schulverbindungen zwischen dem Lessing-Gymnasium in Porz und der Manshead School in Dunstable sowie zwischen dem Stadtgymnasium Porz und der Northfelds Upper School in Dunstable. 1977 begann der Austausch zwischen dem Porzer Maximilian Kolbe Gymnasium und dem Lycée Saint Jacques in Hazebrouck.

Rede von MKG-Schülerinnen auf Französisch

Kurz danach entstand die Verbindung zwischen der Porzer Gesamtschule und der Queensbury Upper School in Dunstable.

Dunstable Jugendgruppe in Porz 1978 – Empfang im Kölner Rathaus, Maureen Christy, Sybina Richter (vorne, v.l.n.r.) und Bezirksvorsteher Alfred Moritz (vorne rechts)

Kulturaustausch mit Musik, Theater, Sport

Die Begegnungen waren häufig auch mit einem besonderen Kulturaustausch verbunden: Schüler der Northfelds Upper School waren im Februar 1986 für eine Woche zu Gast im Stadtgymnasium Porz und führten William Shakespeares „A Midsummen Night’s Dream“ auf. Das Projekt wurde von Studienrätin Sybina Richter organisiert. Die Aufführungen begeisterten die Zuschauer in Porz, alle Darbietungen waren ausverkauft.

Theateraustausch 1986

Unter der Leitung von Rainer und Gisela Prinz gab es langjährig einen regen und beiderseitigen musikalischen Austausch zwischen den Orchestern des Lessing Gymnasiums in Porz und der Manshead School in Dunstable mit der musikalischen Leiterin Phil Driver. Die englische Gruppe bereicherte zu Karneval 1987 sogar den Porzer Rosensonntagszug.

Das Schulorchester der Dunstabler Manshead School 1987

Im Juli 1992 fuhren die Porzer Studenten Holger Harms und Markus Fossbach in Begleitung von Sybina und Richard Richter vom PVP in die Partnerstadt Dunstable, um hier ein Promotional Video über die Stadt zu drehen.

Video-Dreh 1992

Der PVP organisierte im Herbst 2011 eine Fahrt von neun Jugendlichen nach Hazebrouck, um zusammen mit französischen Jugendlichen an einem ökologischen Bauprojekt (Regenrückhaltebecken) unter Anleitung lokaler Handwerker zu arbeiten.

2011: Ökologisches Bauprojekt in Hazebrouck

CEFIR war ein deutsch-französisches Seminar für junge Menschen mit besonderem Förderbedarf. Organisiert vom Centre d‘Education et de Formation Interculturel Rencontre (CEFIR) mit pädagogischer und fnanzieller Unterstützung des Deutsch-Französischen Jugendwerks und des Rates der Region Nord-Calais hatte dieses Projekt zum Ziel, die sprachliche Verständigung zu fördern, Vorurteile abzubauen, Einblicke in die Arbeitswelt und berufliche Zukunftsperspektiven zu gewinnen und insgesamt die Motivation und Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen zu stärken.

Den Porzer Tennis Club Rot-Weiß verbindet eine langjährige Freundschaft mit dem Dunstable Tennisclub – im Jahr 2013 feierten die beiden Clubs ihr 40-jähriges Freundschaftsjubiläum. Unterstützt vom PVP fnden jährliche Besuche statt mit Besichtigungen, gemeinsamen Unternehmungen, Feiern und viel Tennis.

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