Köln-Porz

Köln-Porz

Nur rund 23 Jahre währt die Geschichte des selbständigen Porz am Rhein. Erst 1951 mit Stadtrechten versehen, machten 83.000 Porzer am 1. Januar 1975 die Stadt Köln durch Eingemeindung zur Millionenstadt. Seitdem bilden die Porzer Stadtteile gemeinsam mit dem bereits seit 1888 zu Köln gehörenden Poll den Stadtbezirk Porz. Er liegt südöstlich der Kölner Innenstadt und ist mit rund 79 Quadratkilometern flächenmäßig Kölns größter Stadtbezirk. In einem Gebiet von etwa 6 x 13 km Ausdehnung entlang des rechten Rheinufers leben über 117.000 Menschen in 16 Stadtteilen.

Porz hat sich mittlerweile zu einem bedeutenden Industrie- und Wirtschaftsstandort mit großen Gewerbegebieten und renommierten Forschungseinrichtungen entwickelt. Dazu zählen der Flughafen Köln/Bonn, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Europäische Astronautenzentrum (EAC) der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Auch der Motorenhersteller Deutz AG hat hier seinen Standort. Nicolaus August Otto war der Erfinder des Otto-Motors und gründete die Fabrik bereits im Jahr 1864 gemeinsam mit Eugen Langen in Köln-Deutz.

Ein weiterer wichtiger Industriebetrieb ist Saint-Gobain Glass Deutschland – das Werk in Porz produziert seit dem Jahr 1900 Flachglas für den Gebäudebau. In unmittelbarer Nachbarschaft zum DLR befindet sich außerdem der European Transonic Windtunnel (ETW), eine weltweit einzigartige Forschungsanlage und eine der modernsten aeronautischen Windkanalanlagen. Die Nähe zum Flughafen hat zudem die Ansiedlung bedeutender Logistikunternehmen begünstigt: DHL Express betreibt dort ein internationales Luftfrachtdrehkreuz, und auch UPS unterhält am Flughafen Köln/Bonn einen großen Luftfracht-Hub.

Gleichzeitig prägen weitläufige Wald- und Freiflächen, ländlich geprägte Ortsteile und das artenreiche Naturschutzgebiet Wahner Heide den Stadtbezirk. Das Gut Leidenhausen mit seinem Umweltbildungszentrum und den umliegenden Waldgebieten sowie das Rheinufer mit der Groov in Zündorf bieten vielfältige Möglichkeiten zur Naherholung.

Geschichte von Porz

Die Nikolaus-Kapelle (© porzerleben.de)

Der heutige Stadtbezirk Porz ist aus ehemaligen Dörfern zusammengewachsen, von denen einige bereits auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Dies sind die ältesten Orte: Einer gefälschten Urkunde verdankt Westhoven (922 – jeweils Jahr der Ersterwähnung) seine erste Erwähnung, das Gut gehörte dem Kölner Klerus. Die Nikolaus-Kapelle von 1100 ist heute noch erhalten. Wohl ein sehr früher Fährort über den Rhein war Langel (965), geprägt von Höfen, viel Ackerland und zeitweisem Weinanbau. Als Fischerdorf entstand Poll (1003), der „Poller Maifisch“ war jahrhundertelang bekannt und begehrt.

Blick von der Groov nach Zündorf (© porzerleben.de)

Ebenfalls direkt am Rhein liegt Zündorf (1008), ein alter Warenumschlagplatz und zeitweise Zollstation, früher noch in Ober- und Niederzündorf unterteilt. Ein Teil des Ortes hat mit Bürger- und Fachwerkhäusern, einem Wohnturm und Hofanlagen seinen historischen Charakter bewahrt. An der Straße nach Frankfurt entstand Urbach (1100), heute ein lebhafter Stadtteil.

Schloss Wahn
Schloss Wahn (© porzerleben.de)

Etwas weiter südlich ebenfalls an der Frankfurter Straße liegt Wahn, urkundlich ebenfalls 1100 erstmals erwähnt. Wahns mittelalterliche Wasserburg wurde später zum Schloss, das heute die theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität Köln beherbergt. Den Schnittpunkt historischer Wege markiert das heutige Zentrum des Stadtbezirks,  Porz (1160). Der bedeutendste Fund eisenzeitlicher Holzgeräte in Europa stammt aus Lind (1165). Der weit südlich gelegene Stadtteil Libur (1183) zeigt heute noch viele Wegekreuze und Bildstöcke. Im nördlich gelegenen Ensen (1224) wurde Maifisch- und Aal-Fischerei betrieben. Eil (1268) galt jahrhundertelang als armes Dorf von Tagelöhnern und Besenbindern.

(Das einleitende Beitragsbild ist ein Ausschnitt aus einem Gemälde von Brunhilde Trierweiler: Porzer Rheinpanorama)

 

 

 

 

 

 

 

2 Comments

  1. Sven Hamann

    Anfang September kommen die Partner aus Dunstable. gibt es schon ein Programm? Mit freundlichen Grüßen und auf ein baldiges Wiedersehen mit den Freunden aus Dunstable, Sven und Karin Hamann.

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