Nur rund 23 Jahre währt die Geschichte des selbständigen Porz am Rhein. Erst 1951 mit Stadtrechten versehen, machten 83.000 Porzer am 1. Januar 1975 die Stadt Köln durch Eingemeindung zur Millionenstadt. Seitdem bilden die Porzer Stadtteile gemeinsam mit dem bereits seit 1888 zu Köln gehörenden Poll den Stadtbezirk Porz. Er liegt südöstlich der Kölner Innenstadt und ist mit rund 79 Quadratkilometern flächenmäßig Kölns größter Stadtbezirk. Hier leben in einem Gebiet von etwa 6 x 13 km Ausdehnung entlang des Rheins über 114.000 Menschen in 16 Stadtteilen.

In Porz befinden sich große Gewerbegebiete und bedeutende Einrichtungen. So der Flughafen Köln/Bonn, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit einem Astronauten-Trainingslager, die Zentrale von Citroen/Peugeot-Deutschland oder auch der Motorenhersteller Deutz AG, dessen Gründer den Otto-Motor erfunden hat. Saint-Gobain Glass Deutschland, ein internationaler Spezialglashersteller, produziert am Standort Köln-Porz rund 900 Tonnen Glas täglich. Und in Porz-Lind steht der ETW – der effektivste Windkanal der Welt.

Gleichzeitig gibt es große Wald- und Freiflächen mit ländlichen Bereichen, dem artenreichen Naturschutzgebiet Wahner Heide und Naherholungsgebieten wie dem Rheinufer mit der Groov.

 

Geschichte von Porz

Die Nikolaus-Kapelle (© porzerleben.de)

Der heutige Stadtbezirk Porz ist aus ehemaligen Dörfern zusammengewachsen, von denen einige bereits auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Dies sind die ältesten Orte: Einer gefälschten Urkunde verdankt Westhoven (922 – jeweils Jahr der Ersterwähnung) seine erste Erwähnung, das Gut gehörte dem Kölner Klerus. Die Nikolaus-Kapelle von 1100 ist heute noch erhalten. Wohl ein sehr früher Fährort über den Rhein war Langel (965), geprägt von Höfen, viel Ackerland und zeitweisem Weinanbau. Als Fischerdorf entstand Poll (1003), der „Poller Maifisch“ war jahrhundertelang bekannt und begehrt.

Blick von der Groov nach Zündorf (© porzerleben.de)

Ebenfalls direkt am Rhein liegt Zündorf (1008), ein alter Warenumschlagplatz und zeitweise Zollstation, früher noch in Ober- und Niederzündorf unterteilt. Ein Teil des Ortes hat mit Bürger- und Fachwerkhäusern, einem Wohnturm und Hofanlagen seinen historischen Charakter bewahrt. An der Straße nach Frankfurt entstand Urbach (1100), heute ein lebhafter Stadtteil.

Schloss Wahn
Schloss Wahn (© porzerleben.de)

Etwas weiter südlich ebenfalls an der Frankfurter Straße liegt Wahn, urkundlich ebenfalls 1100 erstmals erwähnt. Wahns mittelalterliche Wasserburg wurde später zum Schloss, das heute die theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität Köln beherbergt. Den Schnittpunkt historischer Wege markiert das heutige Zentrum des Stadtbezirks,  Porz (1160). Der bedeutendste Fund eisenzeitlicher Holzgeräte in Europa stammt aus Lind (1165). Der weit südlich gelegene Stadtteil Libur (1183) zeigt heute noch viele Wegekreuze und Bildstöcke. Im nördlich gelegenen Ensen (1224) wurde Maifisch- und Aal-Fischerei betrieben. Eil (1268) galt jahrhundertelang als armes Dorf von Tagelöhnern und Besenbindern.

(Das einleitende Beitragsbild ist ein Ausschnitt aus einem Gemälde von Brunhilde Trierweiler: Porzer Rheinpanorama)

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.